Drei Medaillen für die LA Nidwalden an den Hallen-Schweizermeisterschaften

Mit einer sensationellen neuen Bestleistung von 53.87 s läuft Julia Niederberger über 400 m gegen die nationale Konkurrenz bei den Aktiven auf den dritten Platz. Michelle Liem verteidigt in der U18-Kategorie über die selbe Distanz ihren Titel aus dem Vorjahr ganz knapp und Sven Rymann überrascht alle mit seinem dritten Rang über 60 m Hürden. Selina Odermatt durfte sich in dieser Hallensaison über mehrere persönliche Bestleistungen freuen. Nachfolgend berichten die vier gleich selber von ihrer Hallensaison…

Michelle Liem

Mit den Hallen-Nachwuchs-Schweizermeisterschaften in St. Gallen stand am Wochenende des 19./20. Februar der erste Höhepunkt meiner Leichtathletiksaison 2022 auf dem Programm. Leider konnte ich aufgrund einer Adduktorenverhärtung nur einen Wettkampf zur Vorbereitung machen, dennoch ging ich mit einem guten Gefühl am Samstag an den Start des 400-m-Vorlaufs. Ich lief die ersten 300 m in meinem normalen 400-m-Tempo und nahm bei den letzten 100 m Tempo heraus, um Kräfte für den Finallauf am Sonntag zu sparen. Ich qualifizierte mich mit der zweitbesten Zeit, was optimal war, da ich somit beim Final auf Bahn 3 starten konnte und vor mir eine Läuferin zur Orientierung hatte. Beim Finallauf am Sonntag bin ich die ersten 200 m sehr schnell angegangen, damit ich mich optimal positionieren konnte. Gegen Ende des Laufes spürte ich das Laktat in meinen Beinen und merkte auch, dass ich die Trainings für die letzten 100 m des Laufes nicht optimal machen konnte. Dennoch konnte ich mich beim Schlusssprint gegen meine Gegnerinnen durchsetzten und gewann das Rennen mit einem Hundertstel Vorsprung in einer Zeit von 56.89 s. 

Sven Rymann

Nach einem eher durchzogenen Wintertraining, bedingt durch Knieschmerzen und einer kleinen Verhärtung im Adduktorenbereich, startete ich ohne grosse Erwartungen in meine erste Hallensaison. Am ersten Wettkampf in St. Gallen lief ich die 60 m Hürden in einer Zeit von 9.25 s. Im Final steigerte ich mich auf 9.21 s. Damit erfüllte ich bereits im ersten Rennen die Limite für die Hallen-SM. Motiviert durch den erfreulichen Start, konnte ich mich in den Trainings stetig steigern und war gespannt auf den weiteren Saisonverlauf. 9.02 s und 9.03 s standen nach den nächsten zwei Weekends in Magglingen, trotz zwischenzeitlicher Corona-Isolation, zu Buche und ich konnte beruhigt zu meiner ersten Hallen-Schweizermeisterschaft nach St. Gallen reisen. Am Samstag startete ich im Hochsprung, obwohl die Trainings in dieser Disziplin nicht wunschgemäss verliefen. Zu meiner grossen Überraschung übersprang ich 1.65 m im dritten und 1.70 m im zweiten Versuch. Die 1.70 m bedeuteten für mich neue PB und Platz fünf in der SM-Rangliste. Aufgrund meiner Fehlversuche verpasste ich den zweiten Rang um Haaresbreite. Aber was noch nicht ist, kann ja werden… Am Sonntag als Nummer fünf in der Setzliste fehlten mir gut zwei Zehntel auf die Medaillenränge. Nach gutem Vorlauf in neuer Bestleistung von 8.85 s stand ich mit der drittbesten Zeit im Finale. Mein Trainer sprach zum Glück nie von Medaillen, sondern nur von kleinen Details, die ich noch besser machen konnte. So gelang es mir nicht nervös zu werden und im Final das perfekte Rennen abzuliefern. Mit neuer PB von 8.73 s sprintete ich auf den dritten Rang und durfte meine erste Medaille an Schweizermeisterschaften in Empfang nehmen. Ich danke allen Trainerinnen und Trainer, die mich in den letzten Jahren auf meinem nicht immer einfachen Weg begleiteten und mit viel Geduld unterstützt haben.

Julia Niederberger

Ende Januar stand in Magglingen mein erster Wettkampf der Hallensaison bevor. Dort startete ich über 200 m und 400 m und konnte sogleich meine Hallenbestleistungen aus dem Vorjahr verbessern (200 m: 24.51 s und 400 m: 54.41 s). Besonders mit meiner Zeit über 400 m war ich sehr zufrieden, da ich meine PB um 1.2 Sekunden steigern konnte und mit Rachel Pellaud sogar eine Olympiateilnehmerin hinter mir liess. Am darauffolgenden Wochenende war nochmals ein Start über 400 m geplant. Dort zeigten sich jedoch die Herausforderungen von einem 400 m in der Halle: Auf der zweiten Runde konnte ich nicht meinen Rhythmus laufen, da ich hinter einer Konkurrentin «eingeklemmt» war und erst ganz am Schluss überholen konnte. Die daraus resultierende Zeit war mit 54.83 s okay. Ich konnte jedoch wichtige Erkenntnisse für meine weitere Hallensaison mitnehmen. Bei meinem letzten Hallenmeeting vor der Aktiv-SM stand noch ein Schnelligkeitstest auf dem Programm. Über 60 m (7.69 s) und 200 m (24.22 s) resultierten nochmals zwei PBs. Mit guten Vorleistungen und viel Selbstvertrauen im Gepäck reiste ich an die Aktiv-SM in Magglingen. Am Samstag standen die 400-m-Vorläufe an. Ich lief ein relativ kontrolliertes Rennen und qualifizierte mich mit einer Zeit von 55.02 s für das A-Final vom Sonntag. Dort ging ich die erste Runde deutlich schneller an, blieb lange an der Spitze dran und musste erst ganz am Schluss abreissen lassen. Mit einer deutlichen neuen PB von 53.87 s gewann ich die Bronzemedaille und somit meine erste Medaille an einer Aktiv-SM. Diese Zeit bedeutet auch Platz 10 in der ewigen Schweizer Bestenliste.

Selina Odermatt

Am 19. und 20. Februar 2022 fanden die Nachwuchs-Schweizermeisterschaften in St. Gallen statt. Am Samstag musste ich sehr lange warten, bis ich um 17 Uhr mit dem Weitsprung starten durfte. Für mich war es ungewohnt, lange vor dem Start warten zu müssen. Als es dann endlich losging, kam ich nie wirklich in den Wettkampfs-Flow hinein. Nach drei Sprüngen war bei mir Schluss. Ich qualifizierte mich nicht für den Final, weil ich nicht die besten Sprünge zeigen konnte. Die Enttäuschung war gross, mit meiner Bestleistung wäre ich sicher in den Final eingezogen. Ich überwand den Frust und fokussierte mich auf den Sonntag. Mein Hürdenstart war um 9.50 Uhr terminiert. Das hiess um 8.15 Uhr Abfahrt vom Hotel zur Halle. Ich kreuzte mich noch ab und dann ging es bereits los mit dem Einlaufen. Ich fühlte ich bereit zum Allesgeben. Nach dem Lauf merkte ich, es war nicht der Beste. Deshalb war die Zeit auch nicht die Schnellste. Ich qualifizierte mich wegen drei Hundertsteln nicht fürs Final. Es fiel mir schwer über das hinweg zu kommen im ersten Moment. Nach ein oder zwei Stunden sah ich dann wieder Licht am Ende des Tunnels. Meine Familie und ich traten dann bereits den Heimweg an. In Zürich machten wir einen Zwischenstopp. Plötzlich erhielt ich einen Anruf von meinem Trainer. Er teilte mir mit, dass eine Athletin auf den Final verzichten würde. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen, jedoch reichte die Zeit nicht mehr, es war zu kurzfristig. Aus dieser Schweizermeisterschaft konnte ich auch wieder etwas lernen. Jetzt freue ich mich auf den Aufbau und dann auf die Outdoor-Saison.

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